Ist ERP eigentlich gleich ERP

Es gibt unüberschaubar viele ERP-Systeme am Markt. Und die Zahl der Anbieter von ERP-Systemen steigt immer noch. Hier den Überblick zu behalten fällt schwer. Vor allem für Produktionsbetriebe mit ihren ganz eigenen und branchenspezifischen Anforderungen. Dabei ist es ganz einfach, den Unterschied zwischen allgemeinen ERP-Systemen und speziellen für Produktionsbetriebe zu erkennen.

Um eines gleich vorweg zu nehmen, viele Anbieter von ERP-Systemen für Produktionsbetriebe nutzen als Basis ein klassisches ERP. Das ist eine große Herausforderung. Klassische ERP decken nahezu alle betriebswirtschaftlichen Anforderungen ab, jedoch selten die speziellen Funktionen für Produktionsbetriebe.

ERP steht für Enterprise Resource Planning. Das bedeutet, dass die Software in allen Bereichen eines Unternehmens eingesetzt wird und die Anforderungen jeder Abteilung abdecken muss. Je allgemeiner (also Branchen- und Firmengrößen-unabhängiger) ein solches System ist, desto unflexibler ist es auch bei individuellen Anpassungen — und sei es auch nur an die Anforderungen einer ganzen Branche. Nachträgliche Erweiterungen blähen das System zusätzlich auf und integrieren sich meist nur unzulänglich.

ERP-Software, die von vornherein für produzierendes Gewerbe konzipiert wird, geht meist von den speziellen Anforderungen einer bestimmten Branche aus. Im Zentrum stehen die spezifischen Prozesse der Unternehmen dieser Branche. Alle anderen Anforderungen wie z. B. an die Materialwirtschaft, Finanzbuchhaltung, Personalplanung etc. wird um diesen Kern herum designed.

5 Funktionen, die ein ERP für produzierendes Gewerbe abdecken muss:

Inventur
Die Inventur im ERP-System für Produktionsbetriebe muss in der Lage sein, zuverlässig über jede Phase der Produktion alle Teile richtig erfassen. Dazu muss das System wissen, wo befinden sich buchungstechnisch die Artikel? Sind sie im Los oder noch im Lager? Ist klar definiert, welche Teile nicht in der Inventur mitgezählt werden dürfen, da sie bereits in der Halbfertigfabrikatsinventur erfasst werden?

Materialwirtschaft
Die Materialwirtschaft ist der Kern eines ERP-Systems für produzierende Betriebe. Die Materialwirtschaft umfasst sowohl den Bedarf als auch die Beschaffung, Bevorratung (Lagerwirtschaft), Beistellung bis hin zur Auslieferung. Dabei müssen Angebote und Forecasts genauso berücksichtigt werden, wie Marktgegebenheiten und Angebote unterschiedlichster Lieferanten. Echtzeitabfragen und schnelle Entscheidungen sind in Branchen wie Elektronik oder Elektrotechnik oft unternehmenskritisch.

Fertigungssteuerung und Kapazitätsplanung
Der Zeitfaktor ist eine Gemeinsamkeit aller Produktionsbetriebe. Die Fertigungssteuerung und Kapazitätsplanung sind das Bindeglied zwischen allen Modulen eines ERP-Systems für eine reibungslose Produktion. Hier werden Aufträge priorisiert, die kurze Lieferfristen haben. Dabei müssen Wartungsintervalle berücksichtigt werden, die Personalplanung und Zeiterfassung, die Auftragbearbeitung und alle Informationen aus der Materialwirtschaft.

Seriennummern
Seriennummern sind das A und O für das produzierende Unternehmen. Ohne Kontrolle, wo sich welches Stück gerade befindet, funktionieren weder Materialwirtschaft noch Fertigungssteuerung. Es können keine Aussagen über Vorrat, Auftragsstatus, Fertigungs- oder Lieferdatum getroffen werden.

Auftragsmanagement
Im produzierenden Gewerbe ist das Auftragsmanagement die Revision der Produktion. Das Auftragsmanagment kontrolliert den kompletten Weg eines Produktes vom Auftrag bis zur Abrechnung.

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